Erstmals erwähnt im 18. Jahrhundert ist Dionaea muscipula die einzige Art ihrer Gattung und gehört wie der Sonnentau zur Familie der Droseraceae. Ihre Fangtechnik, bestehend aus einer Falle mit doppelten Klappen ist jedoch weitaus spektakulärer. Der Lebensraum der Venusfliegenfalle ist die Küstenregion im Südosten North-Carolinas und im Osten von Süd-Carolina in den USA. Ihr Name ist von Dione, der Mutter der griechischen Göttin Aphrodite, abgeleitet (daher Dionaea).

D. muscipula bevorzugt einen feuchten (nicht zu nassen) Boden, der zum größten Teil aus Sand mit einem kleinen Anteil Torf besteht. Sie gedeiht auch nur bei diesen Bodenverhältnissen, was ihren natürlichen Lebensraum eben auf die oben genannten Gebiete beschränkt.

Die Falle der Venusfliegenfalle besteht aus zwei Blattlappen mit einem Scharniergelenk dazwischen und 15 bis 20 borstenartigen Blattzähnen an den Blatträndern, die beim Zuschnappen verschränkt ineinander greifen. Auf der Innenseite einer Blatthälfte sitzen (meistens) drei farblose Sinneshaare, die bei Berührung den Klappmechanismus auslösen. Es reicht jedoch nicht aus, nur eines der Sinneshaare zu berühren, es müssen stets mehrere sein.

Der Schließmechanismus, der als einer der schnellsten Bewegungen von Pflanzenorganen gilt, läuft in zwei Stufen ab. Zuerst schließt sich die Falle nur soweit bis sich die Borsten an den Blatträndern verschränken. Es verbleibt ein kleiner Spalt zwischen den beiden Klappen. Wenn sich nach ca. einer halben Stunde in der Falle immer noch ein Tier bewegt, werden die Klappen ganz geschlossen, die Falle presst sich zusammen. Dies geschieht aus mehreren Gründen. Zum einen wird ein 'falscher Alarm' verhindert, z.B. falls ein Blatt oder kleiner Zweig in die Falle gerät (die Falle öffnet sich innerhalb von ca. 24 Stunden wieder) und zum anderen werden so nur größere Beutetiere gefangen. Ameisen können jederzeit entweichen.

Ist die Falle vollständig geschlossen und zusammengepresst, werden Säuren und Enzyme von den Verdauungsdrüsen auf der Innenseite der Blattlappen produziert und das Insekt mit bakterieller Unterstützung verdaut. Die einzigen Überbleibsel dieses Prozesses sind Reste des Chitinpanzers und der Flügel. Eine Falle ist für zwei bis drei Mahlzeiten ausgelegt. Danach stirbt sie ab.

Licht: Sonnig mit leichter Beschattung. Bei zu starker Sonneneinstrahlung werden die Blätter gelblich (Verbrennung), also keine pralle Dauersonne!

Temperatur: Sommer: Nachts mindestens 10-13°C, am Tag 20-25°C
Winter: Nachts mindestens 5°C, am Tag 10-13°C Kein Frost und keine sengende Hitze!

Feuchtigkeit: Bewässerung im Anstauverfahren. Im Winter nur mäßig feucht halten, sonst besteht die Gefahr der Wurzelfäule.

Vermehrung: Im späten Frühjahr bis Frühsommer durch Blattstecklinge bzw. durch Samen. Diese Verfahren sind allerdings sehr kompliziert. Die Pflanze teilt sich häufig von selbst.

Erde: Torf bzw. Anzuchterde und Sand (50/50) in einem 10-13er Halbtopf.

Dünger: Nicht düngen! Enthält das Substrat zu viele Nährstoffe, so geht die Pflanze langsam aber stetig ein. Neue Blätter werden gelblich und immer kleiner.

Umpflanzen: Jährlich umpflanzen, dabei empfiehlt es sich jeweils ein bis zwei Pflanzen in einen Topf zu setzen.

Blütezeit: Die Pflanze blüht im Sommer. Das Ausbilden der Blüten schwächt allerdings das Wachstum der Pflanze. Ist man nicht unbedingt darauf aus, Samen zu gewinnen, kann man die Blütenstengel abschneiden. D. muscipula blüht erst, wenn sie nach ca. 4-5 Jahren ausgewachsenen ist.

Anfällig für: Blattläuse