Zimmerpflanzenlexikon

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Autor Thema: Bitte um Diagnose für meine große Liebe  (Gelesen 544 mal)

Maiskolbenfan

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Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« am: 30. Juli 2019, 17:34:51 »

Hallo Zimmerpflanzenfreunde!

Ich bin nicht neu hier, aber ich musste mir einen neuen Account anlegen, weil ich das Passwort und die Mailadresse von meinem alten Benutzernamen nicht mehr wusste (sorry).

Meine große Liebe - eine Kentiapalme - in Hydrokultur aufgezogen, hat einige Erscheinungen, die mir etwas Sorge bereiten. Ich hänge Euch Fotos von der ganzen Pflanze, aber auch von einzelnen Blättern an.

Kurz noch etwas Info zur Pflanze: Kentiapalme in Hydrokultur. Ca. 3-4 Jahre alt. Wächst immernoch ganz prächtig, besonders im Sommer, aber auch im Winter. Sie scheint das warme Klima in meiner Dachgeschosswohnung sehr zu mögen. Sie erhält von mir ca. 2 x die Woche neues (Leitungs-)Wasser, dass ich mit ca. einer halben Kappe Flüssigdünger (=2,5ml) anmische. Mein Leitungswasser ist übrigens recht hart.

Laut Deklaration enthält der Flüssigdünger 6,4% Gesamtstückstoff, 4,5% wasserlösliches Phosphat, 6,7% wasserlösl. Kaliumoxid, je 0,003% Kupfer und Zink, sowie noch ein paar weitere Spurennährstoffe (ich hänge ein Bild von der Deklaration an). Laut Gesellschaft für Hydrokultur
empfiehlt sich wohl für Palmen eher das Verhältnis 6+6+4, allerdings hatte ich eben das Problem, dass die Palme in Hydrokultur wohnt, und ich mich so entscheiden musste, ob ich eben speziell auf Hydrokultur abgestimmten oder speziell auf Palmen (aber nicht auf Hydrokultur) abgestimmten Dünger verwende. Ich habe mich auf Rat eines Verkäufers dann für Hydrokulturdünger entschieden.

Jetzt meine Frage: Wie würded ihr diese Blattschäden / Symptome einordnen? Ich sehe als denkbare Möglichkeiten:
- Überdüngung
- Unterdüngung
- Mangel an einem bestimmten Nährstoff / Überfülle an einem bestimmten Nährstoff
- andere Krankheit

Schädlinge kommen wg. der Hydrokultur eher nicht in Frage. Pilze schließe ich eigentlich auch aus. Aber vielleicht kann mir ja jemand hier weiterhelfen, der sich mit Palmen + Hydrokultur etwas auskennt.

Bilder (Pflanze + Dünger):

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Marienkäfer

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Re: Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« Antwort #1 am: 30. Juli 2019, 19:34:07 »

Hallo,benötigt Deine Palme wirklich so oft den Dünger?
LG Marienkäfer
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Vroni

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Re: Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« Antwort #2 am: 30. Juli 2019, 20:34:28 »

Hallo

Sie erhält von mir ca. 2 x die Woche neues (Leitungs-)Wasser,
Wieso musst du so oft giessen? Bei Hydrokultur wird Wasser bis maximal zur Max.-Anzeige eingefüllt (ideal bis Opt.) und dann in Ruhe gelassen, bis sie auf Min. abgefallen ist. Das dauert normalerweise Wochen. Erst dann wird wieder gegossen. Entsprechend wird auch gedüngt.

Schädlinge kommen wg. der Hydrokultur eher nicht in Frage.
Bei Hydrokultur gibt es genauso Schädlinge wie in Erdkultur. Bei den gelben Flecken würde ich denn auch nach Milben oder Thripsen Ausschau halten. Schildläuse vermute ich aufgrund der Position eher nicht.

Bei den schwärzlichen Verfärbungen dürfte ein Problem aus dem Wurzelbereich vorliegen (Wasser, Dünger, Wurzelgesundheit).

LG
Vroni
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Maiskolbenfan

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Re: Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« Antwort #3 am: 31. Juli 2019, 09:44:42 »

Sie erhält von mir ca. 2 x die Woche neues (Leitungs-)Wasser,
Wieso musst du so oft giessen? Bei Hydrokultur wird Wasser bis maximal zur Max.-Anzeige eingefüllt (ideal bis Opt.) und dann in Ruhe gelassen, bis sie auf Min. abgefallen ist. Das dauert normalerweise Wochen. Erst dann wird wieder gegossen. Entsprechend wird auch gedüngt.

Ich gieße immer nur bis Optimal und ich kann nichts dafür, wenn der Wasserpegel so schnell sinkt. Als sie noch klein war, hat einmal die Woche gereicht.

Bei den gelben Flecken würde ich denn auch nach Milben oder Thripsen Ausschau halten. Schildläuse vermute ich aufgrund der Position eher nicht.
Also sehen kann ich an der Pflanze an Tieren absolut nichts. Was kann ich denn jetzt tun?

Bei den schwärzlichen Verfärbungen dürfte ein Problem aus dem Wurzelbereich vorliegen (Wasser, Dünger, Wurzelgesundheit).
Vielleicht ist es doch ein Pilz. (siehe https://www.dghk.net/index.php?artikel=1331)

:(

Ich weiß halt nicht, wie ich das überhaupt herausfinden soll.
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Marienkäfer

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Re: Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« Antwort #4 am: 31. Juli 2019, 20:47:21 »

Hallo,
ich würde den Dünger erst einmal eine zeitlang weg lassen und auch nicht ganz so häfig gießen. LG Marienkäfer
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Vroni

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Re: Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« Antwort #5 am: 01. August 2019, 18:58:13 »

Ich gieße immer nur bis Optimal und ich kann nichts dafür, wenn der Wasserpegel so schnell sinkt. Als sie noch klein war, hat einmal die Woche gereicht.
Dann solltest du prüfen, ob die Palme so stark gewurzelt hat, dass gar kein Platz mehr für Wasser bleibt und sie umgetopft werden sollte in ein grösseres Gefäss, oder ob irgendein Problem mit dem Anzeiger vorliegen könnte (wobei da plausibler wäre, dass er Wasser anzeigt, obwohl keins mehr da ist).

Vielleicht ist es doch ein Pilz. (siehe https://www.dghk.net/index.php?artikel=1331)
Dass eine pilzliche Infektion vorliegt, kann tatsächlich sein, daher mein Hinweis auf die Wurzelgesundheit. Einen Zusammenhang mit deinem Link kann ich aber nicht erkennen. Du solltest die Wurzeln mal unter die Lupe nehmen, ob es abgestorbene/verfaulte gibt. Diese sollten entfernt werden.

LG
Vroni
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Maiskolbenfan

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Re: Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« Antwort #6 am: 01. August 2019, 21:16:49 »

Nein, sie hat nicht besonders stark gewurzelt, beim Abduschen letztens habe ich jedenfalls erst eine kleine Wurzel aus dem Innentopf ragen sehen. Ich habe sie erst vor ca. einem Jahr umgetopft.
Sie hat aber schon als kleine Jungpflanze so einmal die Woche Wasser benötigt. Allerdings habe ich nicht immer 1-2 Tage den Zeiger auf Null gelassen, sondern nachgefüllt, wenn er unten ankam.
Ich werde jetzt auch mal weniger wässern, vielleicht hilft das.

Den Wurzelballen möchte ich eigentlich nur ungern untersuchen, weil ich immer Angst habe, dass ich die Pflanze verletze oder sehr stresse, wenn ich sie da "ausgrabe". Wenn die Krankheit aber stärker wird, bleibt mir wohl nichts.

Ich will mich jetzt erst mal erkundigen, ob es ein Dünger-Ungleichgewicht sein kann, und weniger wässern und mal beobachten. Bis jetzt sind es ja zum Glück nur wenige Wedel, die betroffen sind.
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Michoa

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Re: Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« Antwort #7 am: 02. August 2019, 15:51:49 »

Also das Gießintervall ist schon recht hoch, aber bei einer Hydrokulturpalme durchaus realistisch. Auch das ständige düngen könnte okay sein. Hydrokulturpflanzen dünst man durchaus bei jedem Gießen mit einer niedrigen Konzentration. Und gerade die könnte bei dir zu hoch sein.
Wie viel Wasser gießt du genau nach?

Wichtig ist allerdings trotzdem nicht sofort, wenn auf Minimum ist zu gießen, sondern noch etwas zu warten. Wenn du die Pflanze aus dem Übertopf nimmst, wirst du sehen, dass noch immer etwas Wasser unten im Topf ist.
Wenn man zu viel nachgießt, kann es ansonsten zu Wurzelfäule kommen. Wie riecht es, wenn du die Pflanze aus dem Übertopf nimmst und riechst? Okay oder modrig?

Auch Hydrokulturpflanzen können von Schädlingen befallen werden.

Ich würde übrigens sagen, dass die Pflanze zu dunkel steht.

Vroni

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Re: Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« Antwort #8 am: 04. August 2019, 08:39:57 »

Hallo Michoa

Also das Gießintervall ist schon recht hoch, aber bei einer Hydrokulturpalme durchaus realistisch.
Tatsächlich? Die Zeit als ich noch Pflanzen in Hydrokultur hatte bzw. gepflegt hatte, liegt schon etliche Jahre zurück, aber ich kann mich wirklich nicht erinnern, dass ich irgendeine davon so häufig giessen musste. Hier geht es ja auch um eine Palme, die nun nicht unbedingt zu den Vielsäufern gehören und zudem auch noch schattig steht. Bei Erdkultur fände ich momentan zweimal wöchentlich giessen normal.

Wie viel Wasser gießt du genau nach?
Das würde mich eigentlich auch interessieren. Von welcher Menge sprechen wir eigentlich? Und welche Masse hat der Topf? Vielleicht täuscht das Bild da etwas.

Den Wurzelballen möchte ich eigentlich nur ungern untersuchen, weil ich immer Angst habe, dass ich die Pflanze verletze oder sehr stresse, wenn ich sie da "ausgrabe".
Ja, stimmt schon, bei Hydrokultur ist das immer schwieriger. Bei Erdkultur lässt sich halt sehr einfach der Ballen kurz aus dem Topf heben und inspizieren. ;D Geh aber mal dem Hinweis von Michoa mit dem Geruch nach, ob etwas faulig riecht. Wenn ja, kämst du ums Auseinandernehmen zum Ausputzen nicht herum.

Beim Düngen bin ich persönlich eher zurückhaltend, aber in Erdkultur ist das halt etwas anderes als in nährstoffloser Hydrokultur.

LG
Vroni
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Maiskolbenfan

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Re: Bitte um Diagnose für meine große Liebe
« Antwort #9 am: 22. August 2019, 18:57:42 »

Hallo Alle,
ich hab mich inzwischen von einem Experten der deutschen Gesellschaft für Hydrokultur beraten lassen. Er bestätigt, dass regelmäßiges Düngen bei der Methode mit der Nährlösung (es gibt ja auch andere Methoden, z.B. Ionenaustauschdünger, siehe hier oder hier) richtig ist, aber er hat mir vorgerechnet, dass die Angabe der Düngermenge auf meinem Hydrokulturdünger viel zu hoch ist. Zum Glück ahnte ich das und hatte immer schon nur die Hälfte der auf dem Dünger empfohlenen Dosis zum Wasser gegeben, richtig ist aber ein Viertel. Das teste ich jetzt seit zwei Wochen.

Ich mische also 1,25ml Düngerlösung auf 1,5L Wasser und davon bekommt die Pflanze jetzt einmal die Woche ca. 3/4 - 1 L. Dann muss die Palme immer so 2-3 Tage auf Minimum ausharren, was auch richtig so ist.

Die Pflanze steht übrigens nicht zu dunkel. Die Jalousien hatte ich nur zu, damit ich das Foto nicht im Gegenlicht schieße.

Hoffe damit sind alle Fragen beantwortet und der eine oder andere ist, ebenso wie ich, schlauer geworden.

LG Maiskolbenfan

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