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Autor Thema: Biologische Kriegsführung- Ein erfolgreicher Bericht  (Gelesen 281 mal)

TropenJunkie

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Biologische Kriegsführung- Ein erfolgreicher Bericht
« am: 11. November 2018, 01:24:36 »

Ich habs ganz vergessen! Ich wollte euch ja teilhaben lassen^^ Mangels Zeit habe
ich bisher keine weiteren Fotos gesammelt, was ich aber morgen nachhole.

Aber von vorn:

In meiner alten Wohnung, mit Fenster im Bad, Wohnzimmer in Südseite und vor allem nur eine
Arbeitsstelle halbtags, habe ich täglich nahezu jede Pflanze mehrmals ausgiebig gesprüht bis es tropft,
so wie es für unsere ganzen tropischen Pflanzen nunmal das beste ist/wäre. Dann etwa 5-10min nach
dem Sprühen mit einem Handtuch etwaige heruntergefallenen Tropfen aufgenommen.

Alles gedieh wunderbar, dauerhaft hatte ich NIEMALS einen nennenswerten Befall mit Schädlingen, da
ich sie fast immer dann geziehlt "beregnet" habe. Da die meisten Schädlnge es lieber lufttrocken haben
klappte das immer einwandfrei^^

Da ich wie der ein oder andere schon mitgelesen hat, hier in der neuen Wohnung in Pforzheim nicht
mehr sprühen kann, bin auch ich nicht vor Schädlingen gefeit. Die ersten waren Spinnenmilben die sich
einfanden. Die waren fix weggespritzt (Spinnenmilbenfrei) ....kamen aber wieder. Die nächsten waren
Thripse, die ich mir mit meinem neuen Philodendron elegans Steckling eingeschleppt habe, trotz Behandlung
des Stecklings. Zu guter letzt waren alle Palmen, Farne und Maranthen mit Wollläusen befallen :D ;D

Also der ganz normale Horror^^ Da ich der Lage nicht mehr Herr wurde habe ich von Arbeit ein wirklich
fieses tödliches Spritzmittel, welches nicht für Privat zu haben ist, gespritzt. Alle Schädlinge waren hinüber.....
Alle drei Schädlingsarten waren nun genau eine Woche später wieder da....Nachbehandlung....alle wieder weg.

Dann der Graus: Als sie dann nochmal wiederkamen, Spritzte ich wieder (andere Mischung, neue Zubereitung/Gebinde)
Und sie wollten einfach nicht verrecken! Es war dann langsam so schlimm, dass einige Pflanzen anfingen massive Schäden
zu bekommen. zb bei einer Palme hat man vor lauter Wollis den Wurzelhals ganicht mehr gesehen, oder eine Orchidee die
komplett weiße Blattunterseiten vor lauter Wollies gehabt hat, Meine Philos verloren und erkrankten an immer mehr Blättern
und Blatt für Blatt.......den Maranthen gings auch nicht besser. Es waren keine erschreckenden schlimmen Schäden, aber im
Gegensatz zu "früher" wurde es immer auswegloser und schlimmer!

Nun konnte es so nicht weitergehen. 2 Wochen nach der letzten Spritzung versuchte ich einen neuen Weg zu gehen!

Ich bestellte von Arbeitswegen her: 200 Chrysoperla carnea (Florfliegenlarven, auch Blattlauslöwen genannt)
https://www.re-natur.de/shop/chrysoperla-carnea-florfliegenlarven-gegen-blattlaeuse.html

25 Cryptolaemus montrouzieri (Australischer Marienkäfer)
https://www.re-natur.de/shop/cryptolaemus-montrouzieri-austr-marienkaefer-gegen-schmierlaeuse-fuer-25-m.html

und in 25 Tüten etwa 500 Raubmilben der Amblyseius californicus
https://www.re-natur.de/shop/amblyseius-californicus-raubmilben-gegen-spinnmilben-25-tueten.html


Nun WAS soll ich sagen ;D Ausgebracht habe ich die Agenten in Schlachtordnung am Abend des 03.11. 8)
Heute am 11.11....es sind weder Puppen, Eier noch Imagos der drei genannten Schädlinge zu sehen. Die
Raubmilben, Florfliegenlarven und die hübschen 25 Mariechens haben sie alle abgeschlachtet.

Jeden Abend konnte man sehen, wie brutal doch auch diese kleinen Tiere in ihrem "Mikrokosmos" das Gesetz des
stärkeren ertragen^^ Die Marienkäfer fressen sogar die Spinnenseide der Spinnies und die Wolle der Wollies und
hinterlassen nur saubere Blätter :D An manchen Abenden konnte man zuschauen wie ganze Flüchtlingstrecks (kein
SCHERZ!) von Wollies die Pflanze wechselten. An anderen Tagen hat man hier und da verfolgen können, wie fünf
Marienkäfer sich gleichzeitig an einem "Herd" Wollies vergingen und sie restlos verputzt hatten. Auch konnte man
regelmäßig (mit Lupe und Gegenlicht!) Spinnenmilben bei der Arbeit auf den Philos beobachten. Die Florfliegen waren
auch sehr interessant. Es ist spannend zu beobachten, wie einige Florfliegenlarven sich mit toten Wollies bedecken und
dann getarnt als wandelnder Leichenhaufen über die nächte Gruppe herfällt xD.....

Fazit:
Nie war eine chemische Behandlung gegen Schädlinge so erfolgreich wie meine neue kleinen Helfer!

Einziger Nachteil ist halt, dass man die Tiere dann zuhause rumlaufen hat ;) ...man begegnet ihnen
immermal hier mal da. An der Decke, beim Lüften am Fenster, beim Sauber machen und aufräumen etc.

Ich bin begeistert und kann es wirklich nur jedem empfehlen, der mit altbewehrten Mittelchen die
vermutlich resistent gewordenen Schädlinge nicht mehr bekämpfen kann.

Falls noch Fragen sind werde ich diese gern eingehend beantworten. Das wars erstmal. LG Euer TropenJunkie^^
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Definition Unkraut?

...das is immer genau dass, was da nich hingehört !

Mfg TropenJunkie

ania

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Re: Biologische Kriegsführung- Ein erfolgreicher Bericht
« Antwort #1 am: 12. November 2018, 16:21:32 »

Ich wäre nie auf die Idee gekommen so etwas in der Wohnung einzusetzen. Zum Glück habe ich momentan keine Schädlinge, aber wenn sie sich mal einnisten sollten denke ich dran. Dass die Tierchen dann irgendwo herumkrabbeln find ich halb so schlimm, besonders die Florfliege ist so ein schönes graziöses Tier.

Kannst du sagen welches der Viecher am "erfolgreichsten" war?

Ich hätte nur Bedenken wegen dem Marienkäfer, da solche eingeschleppten Arten unsere heimischen Marienkäfer verdrängen.

Ich hab mal, als ich auf meinen Terassenpflanzen Blattläuse hatte, Marienkäferlarven selber im Wald gesammelt. Die haben sich aber leider viel zu schnell verpuppt und sind dann davongeflogen, war nix. 
« Letzte Änderung: 12. November 2018, 16:24:52 von ania »
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